ES GEHT IMMER AUCH ANDERS.
THOMAS MANN

ÜBER DIE GSbG

Die Gesellschaft für Systemberatung im Gesundheitswesen GSbG verfolgt ein zentrales Unternehmensziel: die Patientenversorgung zu verbessern, ab 2007 in Modellen in eigener Trägerschaft. Für eine bessere Patientenversorgung spricht meist eine im Vergleich kürzere Patientenkarriere über die gesamte ambulante und stationäre Gesundheitsversorgung.

Um sich für eine kürzere Patientenkarriere einzusetzen, reicht medizinische Forschung allein nicht aus. Denn die Finanzierung von Leistungen entscheidet in hohem Maße darüber, wie die Leistungen erbracht werden. Dieser marktwirtschaftliche Grundsatz gilt auch im Gesundheitswesen. Entscheidungen über die Finanzierung von ärztlichen und medizinischen Leistungen steuern die Patientenkarrieren und damit das Gesundheitswesen. Dieser Verantwortung dem Gesundheitssystem gegenüber fühlt sich die GSbG praktisch verpflichtet.

Die GSbG kommt dieser Verantwortung über drei Tätigkeitsfelder nach:

(1) Die Wirkung von Finanzierungssystemen auf die Krankenversorgung wird wissenschaftlich aufgearbeitet; zur Grundlagenforschung in der Gesundheitsökonomie gehört auch die Kalkulation von Kosten der Krankenversorgung - insbesondere Kosten im Krankenhaus - sowie neue Methoden der Krankenhaus- bzw. Versorgungsplanung und Erfolgsbewertung bei Integrierter Versorgung.

(2) Die praktische Umsetzung der wissenschaftlichen Erkenntnisse in eigenen Modellkliniken kennzeichnet die GSbG, hierauf konzentriert sich die GSbG in Zukunft. Neben der Erprobung neuer Finanzierungs- und Vertragsformen für die Patientenversorgung macht die GSbG folgende fundamentale Erfahrung: Nur wirtschaftlich gesunde Unternehmen im Gesundheitswesen können auch qualitativ hochwertige Patientenversorgung erbringen. Denn die medizin-technische Entwicklung erfordert kontinuierliche Investitionen und Erneuerungen, insbesondere für den OP. Dies sind Elemente eines Leistungs- und Qualitätswettbewerbs, die dem Patienten zugute kommen.

(3) Aufgrund der praktischen und wissenschaftlichen Erfahrungen zugleich wird die GSbG von allen Seiten um politische Beratung gebeten: von den drei Bundesministerien (Gesundheit, Arbeit, Forschung), der WHO, mehreren Landesregierungen, Verbänden der Krankenkassen auf Bundes- und Länderebene, Universitätskliniken, Schwerpunktkrankenhäusern und niedergelassene Ärzteschaft. Neben Finanzierungssystemen werden Umsetzungsstrategien für die Krankenhausplanung, geriatrische Versorgung, Frührehabilitation, integrierte Versorgung chronisch kranker Patienten und die Vernetzung von Gesundheitsleistungen thematisiert.

Ehe sich gewachsene Finanzierungssysteme im Gesundheitswesen ändern, vergehen viele Jahre der Diskussion über Für und Wider. Die schon 1985 von der GSbG erprobten Fallpauschalen in der Augenheilkunde werden beispielsweise zu 2003/2004 bundesweit über die G-DRGs (German Diagnosis Related Groups) mit nur wenigen Ausnahmen für alle Fachgebiete und alle Krankenhäuser eingeführt. Gesundheitsökonomische Forschung über dynamische Preissysteme und integrierte Komplexpauschalen mit Umsetzung in den eigenen Modellkliniken ist heute wiederum ein innovativer Schritt in die Zukunft.

INNOVATIVE FINANZIERUNGSMODELLE DER GSbG IN EIGENER TRÄGERSCHAFT

1985: In der Augenklinik Kiel Bellevue (Träger: Prof. Dr. D. Uthoff, GF: Prof. Dr. H.-H. Rüschmann) wird als erste Klinik in Deutschland jede Leistung über Fallpauschalen zu festen Preisen abgerechnet - unabhängig von der Liegezeit in der Klinik. Alle Leistungen sind über Diagnosen eindeutig definiert. Damit löst die Klinik den tagesgleichen Pflegesatz ab und trägt zur Verminderung der Liegezeiten für die Patienten bei.

1991: In der Modellklinik Park-Klinik Manhagen (Träger: Prof. Dr. H.-H. Rüschmann) werden die Leistungen für einen Patienten über die Therapie eindeutig definiert und mit einem Preis unabhängig von der Liegezeit bezahlt. Auch die Park-Klinik Manhagen löst den Pflegesatz ab und trägt zur Verminderung der Liegezeiten für die Patienten bei. Die Park-Klinik Manhagen war Ausgangspunkt der veränderten Bundesgesetzgebung zur Krankenhausfinanzierung.

1992: In der Modellklinik Park-Klinik Manhagen werden die Patienten akutstationär behandelt, erhalten die nötige Frührehabilitation und zusätzlich auch die Rehabilitation. Diese Behandlungskontinuität erhalten die Kostenträger für ihre Versicherten zu einem Festpreis, wiederum unabhängig von der gesamten Behandlungsdauer. Patienten müssen nicht mehr auf die Rehabilitation warten, die Krankenzeiten verkürzen sich deutlich. Dieses Modell hat Schule in Schleswig-Holstein und Deutschland gemacht.

1998: Das dynamische Preissystem wird in der Augenheilkunde erprobt: Die Behandlung hat einen Fixpreis, unabhängig davon, ob der Patient ambulant behandelt werden kann oder aus medizinischen Gründen stationär behandelt werden muss. Zudem ist vereinbart, dass bei erhöhter Fallzahl die Preise sinken. Dynamische Preise sind eine Antwort auf die unkontrollierte Mengenausweitung im Gesundheitswesen.

2001: In der Modellklinik Park-Klinik Manhagen erhalten die Patienten eine "integrierte, sektorenübergreifende Versorgung" - zum akutstationären Aufenthalt in der Klinik wird ein Großteil der Behandlung vor und nach dem Aufenthalt ambulant bei dem operierendem Orthopäden als Komplexpauschale erbracht. Die Behandlungskontinuität verbessert den Verlauf einer Erkrankung. Doppeluntersuchungen und Doppelverschreibungen sind nicht mehr möglich.

2005: Die Verträge „Integrierte Versorgung“ sind mit allen Kostenträgern abgeschlossen, so dass die Kooperation mit über 700 Arztpraxen und Physiotherapeuten vertraglich geregelt ist. Damit wird die Park-Klinik Manhagen die erste Klinik in Deutschland mit Integrierter Versorgung über das gesamte Fachgebiet für alle Patienten unabhängig von ihrer Krankenversicherung.

2006: Modelle zu Public-Private-Partnership werden mit dem Universitätsklinikum Scheswig-Holstein diskutiert und vertraglich festgehalten.

2011/2012: Die Unfallchirurgie mit Unfall-Ambulanz wird in Manhagen eröffnet – integrierte Versorgungsverträge auch für die Unfallchirurgie 2014 Eröffnung Universitäres Kinderwunschzentrum am Standort Manhagen geplant – hier ebenso innovative Versorgungsverträge in Verhandlung.